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Normale Version: Sensibler Umgang mit "Wir" und "Geschlechtern"
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Ich hatte mich extrem gefreut mich endlich hier angemeldet zu haben, und bin nun über zwei Sachen gestolpert die mich die ganze Nacht beschäftigt haben und dazu führen das ich eigentlich wieder gehen will (Flucht oder Selbstfürsorge?) - habe mich aber nun entschlossen es einfach nochmal anzusprechen.

- Nicht von "Wir" reden
Ich verstehe die Begründung irgendwie nicht. Das was ich verstanden habe ist, das es andere "irritieren" könnte. Aber wieso gibt es dann nicht einfach statt die große "Verbots"ankündigung eine Ankündigung die erklärt warum manche von in der Mehrzahl reden. Wenn menschen ständig verbergen müssen wer sie sind, warum auch noch hier? Wo hier doch ein Ort sein sollte wo mensch genau damit "da sein" kann. (mir ist bewusst das es sicher für viele auch okay ist, aber eben für manche auch nicht!)

- Geschlechter
In einem anderen Faden wurde sehr gut und erklärend angebracht warum es problematisch ist das mensch hier nur männlich oder weiblich auswählen kann. Mich hat weniger die Tatsache gestört das das so ist (das bin ich schon gewohnt) als die Antwort. Nämlich "wo das denn hinführen soll" und das das irgendwas mit mit "selbst entscheiden" zu tun hätte.

Ich empfinde das als starke Machtausübung und eine Form der gesellschaftlichen Gewalt, das Menschen nicht so sein dürfen wie sie sind sondern sich anpassen müssen um "niemanden zu irritieren und Umstände zu bereiten". Das hier in diesem Rahmen, trifft mich umso mehr.

Mich nimmt das gerade extrem mit das ich hier einen geschützten und "annehmenden" Raum erwartet. Ich weiß nicht was ich mir erhoffe. Vielleicht einen sensiblen Umgang mit solchen Themen?
Oder einfach der Versuch nicht direkt nach einem Tag wieder zu verschwinden, weil es mich stark mitnimmt, obwohl ich seit Wochen vor hatte ein Forum zu finden....
Hallo Schattenwölfin

Ich versuche mal, dir diese Sachen etwas aufzuschlüsseln.

Wenn wir, die Admins und Mods davon reden, dass wir das 'wir' kritisch sehen, dann geht es darum, dass vielen hier, die nicht von DIS oder auch Ego State Disorder betroffen sind, nicht mehr wissen, mit wem sie eigentlich reden, wenn sie auf einen so formulierten Post antworten. Deswegen bevorzugen wir es, dass, selbst dann wenn andere Anteile reden, die Ich-Form verwendet wird. Solange sich andere Anteile oder States so ausdrücken, ist das ok, sie dürfen auch gerne ihre eigenen Namen als Unterschrift nehmen. Es muss einfach für die anderen erkennbar sein, welcher der Anteile nun spricht. Vorzugweise verwenden wir dafür die Kinderecke.

Wenn wir über das Ausweisen des Geschlechts reden, ist es halt so, dass wir alle in dieser binären Welt von Frau und Mann leben. Das heisst aber nicht, dass sich jemand hier im Forum auch so fühlen muss. Ich bin selbst von einer Geschlechtsidentitätsstörung betroffen; ich bin ein Mann, habe aber einen recht dominanten weiblichen Anteil, der gerne so akzeptiert werden würde, wie er sich fühlt - nämlich als Frau.
Es ist gibt auch noch einige andere hier im Forum, die vom selben Problem betroffen sind; sich aber mit ihrem biologischen Geschlecht hier angemeldet haben. Das heisst aber nicht, dass sich nun jemand explizit als Frau fühlen muss, nur weil sie biologisch eine Frau ist - gerade dieses Thema wird hier immer wieder mit grosser Toleranz und Einfühlungsvermögen diskutiert.
Versuch das mit der Angabe des Geschlechts so zu sehen wie das entsprechende Feld in deinem Pass - es ist eine Formalität, quasi für die Akten, hat aber für dich nicht die Konsequenz, dass du nun im Forum etwas leben müsstest, wonach du dich nicht fühlst. Es gibt hier wirklich keine Erwartungshaltung in diese Richtung.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas die Bedenken nehmen.
Liebe Schattenwölfin,

Ich bin auch Viele, und am Anfang auch darüber gestolpert, dass ich nicht wir schreiben darf. Ich dachte ähnlich wie du "warum schon wieder verstecken". Hab mich aber dann drauf eingelassen, und für mich folgendes herausgefunden:
Ich bin jetzt seit glaub ich zwei Jahren hier, und hab überhaupt nicht das Gefühl, mich verstecken zu müssen, ich kann über alle Themen die mich oder die anderen Anteile bewegen schreiben und fühle mich verstanden und gut aufgehoben. Also, es lohnt sich, es auszuprobieren.

Und: ich für mich hab die Erfahrung gemacht, das hier wirklich sehr beschützend, behutsam und auf einander achtend miteinander umgegangen wird. Dazu gehört auch, dass es eben auch solche Regeln gibt, die für mich es aber auch wert sind. Ich war in mehreren Foren vorher, wo auch immer ein sehr rauher Umgang war. Wo einem nicht geglaubt wurde, Innenkinder mit groben Worten weggeschickt, wenn es zu durcheinander wurde etc. Hier ist all das noch nicht passiert. Für mich ein ganz toller Ort *Mut mach*

Und zu dem Wir und dem vorsichtigen Umgang mit DIS: das ist jetzt nur mein ganz persönlicher Eindruck. Es haben ja nicht alle die ein Trauma haben auch die Diagnose DIS. Was nicht bewertet, ob es schlimmer oder besser ist. Jedes Trauma ist schlimm. Trotzdem erscheint es mir so, dass das Viele sein auf andere "überschwappt", wenn es zu deutlich und vordergründig wird. Das plötzlich andere auch wir schreiben oder viele sind oder so. Oder so ähnliche Symptome haben oder bei sich suchen. Das hält mich dann sehr davon ab, mehr von mir zu schreiben, und den vorsichtigen Umgang mit dem Wir emfinde ich daher als Schutz als als hinderlich. Aber wie gesagt, nur mein ganz persönlicher Eindruck. Vielleicht lieg ich da auch völlig falsch.

Ich möchte dir Mut machen dich auf uns hier im Forum einzulassen, wir sind ein echt netter Haufen. Damit mein ich das Traumaforum ;).

Lg,
Sternis
Also Schattenwölfin,
erstmal finde ich es total fein, dass du nicht die Flucht ergreifst, sondern es wagst, die Dinge anzusprechen!

Ich bin zwar weder vom "wir"-Thema noch von der Geschlechter-Identität betroffen, möchte aber dennoch was dazu sagen. Nämlich weshalb ich froh bin, dass hier das schreiben in Einzahl das übliche ist:

Ich war vor langer Zeit auchschonmal in nem Forum unterwegs... und hab dort beobachten können, wie "ansteckend" das "Viele-Sein" dort plötzlich war. Es war dort eine für mich immens unangenehme dynamik, wer nicht "viele" ist, galt als gar nicht "richtig" traumatisiert.
Leute haben sich nicht mehr damit befasst, wie es zu verstehen ist, dass man sich manchmal hilflos und als Kind, und dann wieder kompetent und dann wieder verletzt fühlen kann, (zB . die Arbeits-Etoile kann zB anders auftreten als die Mama-Etoile, und die wiederum ganz anders als die traumatisierte etoile. Aber all das bin ich. Ich bin nur eine Person, mit verschiedenen Rollen und Stärken und Anteilen. Aber eben nicht im Sinne eines "Wir". ) weil alles einfach als "innenperson" begründet wurde. Das hat einigen denke ich die Beschäftigung mit ihrem Trauma stark erschwert weil nicht an einer Integration des Erlebten gearbeitet wurde sondern die Abspaltung zur Perfektion gemacht wurde.
Und dass dort plötzlich "alle" eine DIS hatten, war für die - wenigen - tatsächlich betroffenen auch immens schwierig...

In diesem Sinne finde ich den Umgang mti dem "wir" hier absolut wertschätzend und hilfreich.

soviel nur von meiner bescheidenen Seite.
etoile schrieb:Und dass dort plötzlich "alle" eine DIS hatten, war für die - wenigen - tatsächlich betroffenen auch immens schwierig...

In diesem Sinne finde ich den Umgang mti dem "wir" hier absolut wertschätzend und hilfreich.

Genau das meinte ich *herzlich*

Sternis
Hallo ssri und etoile

Danke für eure Antworten, das hat tatsächlich sehr geholfen. Danke dafür!!
Sie sind aber auch andere Begründungen als die, die ich in den entsprechenden Themen gelesen hatte.

Wir
Naja, ich gehe davon aus das ich wenn ich mit einer Person spreche die "wir" sagt, sie eben gerade in einem ANP ist der Kontakt zu den anderen Anteilen hat. Bei "ich" gehe ich viel mehr davon aus das ein EP gerade die Führung an sich gerissen hat.
Aber das mit dem ansteckend, und aufeinmal reden alle so wiederum finde ich ein sehr einleuchtendes Argument! Zumal ja glaube ich in den Tagebüchern (oder im ganzen blauen Bereich?) von wir geredet werden darf, oder?

Geschlecht
Aber ist es nicht traurig, das wir uns mit dem binären System einfach so abfinden - anstatt relativ easy die Möglichkeit einzurichten einfach selbst etwas reinzuschreiben bei Geschlecht (oder nichts anzugeben). Das kenne ich mittlerweile von sooo vielen Websites/Formular usw.
Bzw mir ging es weniger um diese Tatsache das es so ist, als um die Admin Antwort die mich schockiert hat (sie hat sich sehr abwertend und wenig anerkennend gelesen, als hätten die Menschen ne "Wahl").

Ich weiß bei beiden Themen Menschen aus meinem nahen Umfeld die das jeweils so sehr triggert (Unterdrückung ihrer Identität) das sie sofort verschwinden würden. Und das wäre dann wieder "ihr Problem" anstatt das es diese doofen Regeln (sorry) nicht gäbe. Was niemanden weh tun würde, im Gegensatz zu dem Zustand in dem es diese Regeln gibt.

Desdo mehr ich drüber nachdenke, desdo mehr merke ich es geht mir weniger darum es es unbedingt sofort geändert werden müsste, also um das respektvolle Anerkennen und sich Gedanken machen. Wobei sich das glaube ich nach und nach weniger auf das "wir" Thema bezieht, da fände ich vielleicht eine andere Begründung schöner (eine die das nicht begründet mir "weil andere sonst irritiert sind". Weil das ist für mich kein Grund!)
Sternis Antwort habe ich jetzt erst gesehen.
Die geht da damit einher, und hat mir SEHR SEHR weitergeholfen - danke :)

Schönes Gefühl das ich das gerade ansprechen kann, hatte echt Schiss davor (Internetdynamiken und so...) *verschaemt2* Eure Antworten geben mir da Mut.
Ja, hier darfst du absprechen :)



Zu der Geschlechteridentität:
Ich fände es auch wünschenswert, wenn es mehr und mehr auch die dritte Kategorie gibt, manchmal gibts die auch schon, ich glaub beim Anmelden bei Pinterst bin ich drüber gestolpert.
Aber, hmm, manches braucht Zeit. Oder vielleicht wird es auch nie so klar die dritte Kategorie geben,weil es doch eher Ausnahmen sind?
Ich lebe seit 11 Jahren in "gleichgeschlechtlicher Ehe", genannt "eingetragene Lebenspartnerschaft". Ehe darf man es nicht nennen, weil Ehe ein geschützter Begriff ist. Warum und vor was auch immer man ihn schützen muss. Mir ist erst einmal in all den Jahren ein Formular begegnet, indem ich ankreuzen konnte "in eingetragener Lebenspartnerschaft lebend", ich glaub das war vom Finanzamt. Hmmm. Ist aber für mich (was nicht deine oder andere Gefühle in Frage stellen soll) nicht wichtig. Weil ich für mich weiß, was ich hab, wer ich bin und wie ich lebe. Und weil Menschen die mir wichtig sind uns als Ehepaar sehen. Dann sind für mich Ämter, Formulare und so nicht mehr so maßgeblich.
Aber gut, hier ist ja kein Amt und kein Antragsformular, vielleicht ist es deshalb etwas ganz anderes.
Ich hätt glaub ich in meiner rosa-Brillen-Sicht hier gedacht, das es so fertige Vorlagen für Forumsanmeldungen gibt, und da keiner drüber nachgedacht hat. Ist eben so fas alles in mänblich/weiblich eingeteilt wird. Aber das Anmeldeformular ist eine Formalität, wie wie ssri schon schrieb, zum Glück nichts mit dem Umgang den wir hier mit dem Thema haben, zu tun hat.

Ich finde es schön, fass du diese Themen angesprochen hadz, ich finde sehr inzeressant, sich darüber auszutauschen. Besonders über das "wir". Weil, ich hatte mich bisher noch nicht getraut, zu sagen, dasss ich.mich manchmal so "ansteckend" oder "nachgemacht" fühle mit den Viele-Themen und dann gar nicht mehr schreiben mag. Ich dachte, das ist Anstellerei von mir, und jetzt hab ich gelesen, dass etoile sowas auch beobachtet hat. Gut, dass du dieses Thema hier eingebtacht hast, Schattenwölfin.

Nun erst nal gutes Einleben bei uns ;).

Lg,
Sternis
Weshalb wir überhaupt dazu gekommen sind, dass wir nur in einem bestimmten Forenbereich in der Wir-Form schreiben, und sonst aber nicht, ist genau die hier mehrfach gemachte Erfahrung, dass sich das schnell total verselbständigte und fortpflanzte. Das ging so weit, dass sich die Mehrheit hier schließlich dadurch gestresst fühlte. Neue Mitglieder ängstigte das sogar. (Wir bekamen im Team mehrere PNs mit der Bitte das zu kanalisieren.)

Ich glaube aber auch nicht, dass dieses sehr starke Ausleben der Innenkinder, die Integration fördert. Im Gegenteil. (Ich habe mich dazu inzwischen auch fachlich beraten lassen.)

Was das Anmelden angeht mit männlich oder weiblich etc. pp. Das ist ganz einfach so, dass die Forensoftware diese zwei Optionen bereitstellt und nicht mehr. Und ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum man sich überhaupt an dem Thema aufhält. Wir sind doch alle in erster Linie Menschen. Mich persönlich interessiert die geschlechtliche Orientierung anderer Menschen z.B. überhaupt nicht. Jeder wie er mag. Das respektiere ich voll. Dennoch frage ich mich aber auch, warum manche meinen, ihre sexuellen Präferenzen oder eben Nicht-Präferenzen überhaupt so in den Vordergrund stellen müssen. Was ist denn daran so interessant? ich finde das ist recht privat vom Thema her und gesellschaftlich bringt diese extreme Individualisierung auch nicht wirklich was. Ich arbeite auf einer Behörde und dort kriegt man organistorisch jetzt schon die Gender-Krise. Das ist irgendwann einfach nicht mehr praktikabel und zweckdienlich auch nicht. Es ist der Ausdruck eines Bedürfnisses das eigene Anderssein stark betonen zu wollen.

Konkret heißt das: Wenn es dann mal die Custom-Auswahl neben mänl./weibl. hier im Anmelde-Menü gibt, von mir aus. Da stelle ich mich nicht dagegen, forciere es aber auch nicht.
Liebe Schattenwoelfin,

ja, die Sache mit dem Geschlecht bei der Anmeldung. Ich kann gut verstehen, dass es für dich schwer ist, sich darauf einzulassen. Für mich ist es auch schwer. Doch ich kann auch die Ansicht von ungesyme absolut nachvollziehen.

Wie ssri sage: Wir leben in einer binären Geschlechterwelt und ich habe mich inzwischen daran gewöhnt. Auch ich habe in dieser Hinsicht ein Identitätsproblem und arbeite auch in meiner Therapie daran. Doch möchte ich das auch nicht bereits bei der Anmeldung angeben müssen. Wenn man den klassischen Gender-Konzepten folgt, sind wir inzwischen bei 60 verschiedenen Geschlechtern und das wird dann einfach auch komplex.

Ich kann die Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen (Intersexualität) oder auch transsexuelle Identitäten gut verstehen. Sie haben mein absolutes Mitgefühl, denn es ist für diese Menschen wirklich schlimm, sich zuordnen zu müssen. Ich habe mich jahrelang mit dieser Thematik beschäftigt und habe mich im letzten Jahr noch einmal bewusst mit dem dem Thema LGBTTIQ*
beschäftigt.

Durch Zufall bin ich selbst in eine queere Therapie-Praxis gekommen, in der Geschlecht nicht nach dem Motto "Wir behandeln alle gleich" gehandhabt wird. Darüber bin ich froh. Und das ist eben auch ein anderer Raum als hier im Forum. Und in erster Linie ist das ein Trauma-Forum und kein Gender-Forum im engeren Sinne.

Von daher geht es mir jetzt nicht schlecht mit dem, wie es hier im Moment ist.

Zudem habe ich die Befürchtung, dass es ggf. auch zu vielen Verwirrungen kommen kann und auch von Menschen "aus Scherz" einfach genutzt wird. z.B. wenn man "unklar" oder Ähnliches anklicken könnte...Es hat eben Vor- und Nachteile da einen Raum für zu schaffen. Vielleicht gibt es diesen ja irgendwann mal in der Zukunft.
danke sternis dass du hier geschrieben hast, wollte schon jemanden von "den vielen" bitten, hier zu schreiben :)

ja, ein netter haufen sind wir allemal. *jump*

in den tagebüchern schreiben die mitglieder durchaus als "wir" und das ist auch ok.
Nochmal kurz zur Erläuterung:
Ich bin auf das Thema Geschlecht primär gekommen weil es hier in der Lob/Kritik Ecke schonmal angesprochen wurde, und mich die Antwort darauf so schockiert hat.
Nicht weil ich der Meinung wäre, ich könnte hier nur sein wenn es andere Optionen geht.

Ich denke gerade drüber nach....
Glaube hätte es da gehießen "Ich sehe das und erkenne das an, habe aber keine Kapazitäten und Möglichkeiten das zu ändern" wäre das irgendwie gegessen gewesen.
Ja, glaube es war eher das "bestimmen von oben" und Abwerten und Nicht-Erkennen von anderen Realitäten.
Was ich gerade von der ungestyme weiterhin empfinde. Du sagst du akzeptierst das, aber gehst für mein Empfinden danach direkt in einen Angriff (Warum in den Vordergrund, Individualisierung, Gender-Krise....)
Geschlecht hat nichts mit "sexuellen Präferenzen" zu tun, und auch nichts mit "Individualisierungsbedürnis". Eine Freundin ist schwer traumatisiert durch Zwangseingriffe und Behandlungen in ihrer Kindheit auf Grund ihrer Intersexualität (die sie sich nicht ausgesucht hat!). Damit ist sie als Inter Person keine Ausnahme. Aber ich Ufer aus...
Also ja, zwischen Trauma und Gender gibt es eben durchaus auch paralellen.
Und Nein, ich erwarte keine Änderung. Aber weniger abwertende Antworten durch Admin-Seite. Admin-Sein ist eine Machtposition, damit kann mensch ganz schön viel beeinflussen....

Das mit dem "wir" hats für mich völlig verständlich gemacht mittlerweile, danke!
Auch wenn ich deinen Einwand, ungestyme, etwas anders sehe. Das Ausleben der Innenkinder ist für mich durchaus etwas anderes als die Persönlichkeitsanteile bei einer Dis (die ja eben nicht nur Kinder sind, sondern auch ANPs) und beidenen sich das "Ausleben" eben nicht ausgesucht werden kann.


Aber unterm Strich
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Bin ich gar nicht hier zum diskutieren oder "Recht haben". Einiges hat sich für mich geklärt, manches stört mich noch immer (also das "wie) aber das schieb ich jetzt mal weg.
Einige Antworten haben mich sehr ermutigt *highfive* danke nochmal

Pia

Sensibler Umgang mit Geschlechtern bzw. sexuellen Präferenzen bedeutet für mich auch den Umstand zu
berücksichtigen, es gibt Menschen, ich gehöre dazu, die erschreckt 1. sexuell und 2. das auch noch im Plural
sexuelle Präferenzen. Es ist nicht nur ein Erschrecken, es ist mehr.

60 Geschlechter überfordern mich. Mir reichen die Übergriffe die ich als Kind erleben durfte, ich will mich nicht
sexuellen Präferenzen aussetzen. Die hatten auch ihre sexuellen Präferenzen die das mit mir gemacht
haben. Mir ist das zu viel.

Pia

Nachtrag: Auch wenn ich unter PTBS leide empfinde ich als Gewaltakt was mir mit Gender aufgedrückt werden soll.
Liebe Pia
Ich kann verstehen, das 60 sexuelle Präferenzen dir zu viel sind. Mir wäre es schon zu viel, wenn wir nur eine sexuelle Präferenz hier angeben müssten!

Nochmal zur kurzen Aufklärung:
Geschlecht hat NICHTS mit sexueller Präferenz zu tun. Geschlecht ist klassischen Sinne "Mann oder Frau". Und im weiterführenden Sinne eben auch Menschen die beispielsweise mit Geschlechtsmerkmalen beider Geschechter zu Welt kommen (Inter). Oder Menschen die im Körper des einen sind, aber innerlich das andere sind. Oder sich gar keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Das mag für Menschen die in das Mann Frau System passen banal klingen, aber für Menschen die darein nicht passen ist es eine Form der strukturellen psychischen Gewalt sich ständig verleugen zu müssen.

Die nun mehrfach erwähnten "sexuellen Präferenzen" haben damit rein gar nichts zu tun, und sind was völlig unterschiedliches! Die fände ich hier mehr als unangebracht, da bin ich ganz bei dir.
Schattenwoelfin schrieb:Das Ausleben der Innenkinder ist für mich durchaus etwas anderes als die Persönlichkeitsanteile bei einer Dis (die ja eben nicht nur Kinder sind, sondern auch ANPs) und beidenen sich das "Ausleben" eben nicht ausgesucht werden kann.
Da stimme ich dir zu, liebe Schattenwölfin. Wie du aber hier gelesen hast, ließen sich einige Mitglieder von den "Vielen" anstecken und das führte zu einer übertriebenen Pflege der Innenkinder, was tatsächlich einer Integration der States entgegenwirkt.
Naja, und außerdem gibt es auch bei der DIS in der Regel nicht nur komplett abgespaltene alters sondern auch andere States und für die gilt das oben geschriebene genauso. Es ist ein schwieriges Thema in einem Forum wie diesem und an dieser Diskussion kannst du exemplarisch sehen, wieviel Zeit und Energie das alle Beteiligten kostet. Und nun stell dir vor, du darfst das als Admin mit jedem fünften Mitglied ausdiskutieren...Dann kommt es zwangsläufig irgendwann zu relativ starren Regelungen oder man lässt jeden machen, wie er meint - und du hast von den anderen gehört, dass das nicht erwünscht ist.

Wir bieten hier eine Plattform zum achtsamen Austausch in einem möglichst geschützen Rahmen und es ist uns ein besonderes Anliegen, dass das so bleibt. Wir machen uns viele Gedanken und werten garantiert niemanden ab, der sich anderen gegenüber respektvoll und wertschätzend verhält, egal welche Ausprägung einer strukturellen Dissoziation oder welche inneren und äußeren Geschlechtermerkmale jemand hat.

Kein Forum kann allen Bedürfnissen gerecht werden. Ich freue mich, wenn du mit unseren Regelungen leben kannst. Sie sind erprobt und werden von den meisten Mitgliedern geschätzt und unterstützt.

LG

Celestine
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